Mi., 16. Jan. | Fachwerk

Zauberlaterne: Fahrraddiebe

De Sica zeigt die Menschen des Nachkriegsitaliens ungekünstelt und ohne Verschnörkelung. Er zeigt das Umfeld, wie er es selbst vermutlich erfahren hat. Ein Ambiente von Armut und Kleinkriminalität, das nie den Anschein erweckt, als gehe es tatsächlich um gemeinen Diebstahl.
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Zauberlaterne: Fahrraddiebe

Zeit & Ort

16. Jan. 2019, 15:45
Fachwerk, Baslerstrasse 48, 4123 Allschwil, Schweiz

Über die Veranstaltung

«Fahrraddiebe», der Filmklassiker vom grossen neorealistischen Filmemacher Vittorio de Sica, eignet sich gut für Kinder. Zu einer noch gar nicht so fernen Zeit bedeutete der Diebstahl eines Fahrrads eine Katastrophe für eine Familie. Selten wurde die Beziehung zwischen einem Vater und einem Sohn so berührend dargestellt.

Um seine Familie zu ernähren, arbeitet Antonio Ricci als Tagelöhner in Rom. Von einem Arbeitsvermittler erhält er endlich eine langersehnte Arbeit als Plakatkleber. Zur Ausübung ist er allerdings auf den Besitz eines Fahrrades angewiesen, das er aber erst kürzlich verpfändet hat.

Kurzentschlossen bringt Antonios Frau die Bettwäsche zum Pfandleiher, um das Fahrrad wieder auszulösen. Antonio fährt also los, klebt die ersten Plakate. Dabei wird sein Fahrrad gestohlen. Er verfolgt den Dieb, kann ihn aber nicht stellen.

Antonio sieht seine Arbeit gefährdet und sucht in ganz Rom nach dem Fahrraddieb. Bei seiner Suche wird er von seinem kleinen Sohn begleitet, der seinen Vater in seiner Hilflosigkeit beobachtet, aber ihm auch beisteht. Der Hinweis eines Bettlers bringt ihn auf die Spur eines jungen Mannes, von dem er glaubt, dass es sich um den Dieb handle. Der angebliche Dieb lebt in einer ähnlich prekären Lage wie Antonio selbst. Nachbarn, Bekannte und die Familie beschützen ihn. Als Antonio einen Polizisten holt, erleidet der von ihm beschuldigte junge Mann einen epileptischen Anfall, wobei offen bleibt, ob dieser nur vorgetäuscht ist. Antonio muss schließlich abziehen, bedroht von den Männern aus dem Viertel. Der Zuschauer bleibt im Unklaren darüber, ob der Beschuldigte tatsächlich der Täter ist.

Beim aufmerksamen Betrachten des Films wird klar, dass es sich tatsächlich um den wahren Dieb handelt. Er agierte in Zusammenarbeit mit zwei Komplizen. Gemeinsam spähten sie die Lage aus, woraufhin der Erste Antonio während des Diebstahls kurz aufhielt und der Zweite ihn auf eine falsche Fährte lenkte. Beide Komplizen sind auch bei der Konfrontation anwesend. Ein elegant gekleideter Herr, der überraschend im ärmlichen Viertel auftritt, macht den Eindruck eines Mafiosos, als Schutzpatron der lokalen Kleinkriminellen.

Weil Antonio keinen Ausweg mehr sieht, wird er am Ende selbst zum Dieb: Er schwingt sich auf ein Fahrrad und fährt davon. Doch wird er von einer Gruppe Männern, die ihm nachlaufen, eingeholt, zu Boden geworfen und geschlagen. Sein Sohn beobachtet erschrocken das Geschehen. Die Männer bringen ihn zum Besitzer des Fahrrades, der aber angesichts des weinenden Jungen auf eine Anzeige verzichtet. Unter Rufen „Dieb“, „Lump“ lassen ihn die Männer ziehen. Tief beschämt geht Antonio, sein Sohn neben ihm. Eine Stimme aus dem Off drückt die Hoffnung aus, dass der Sohn in einer Gesellschaft aufwachsen werde, in der die „christliche Solidarität“ unter den Menschen wieder wichtig sein werde.

Eintrittskarten
Preis
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  • einmalige Zauberlaterne
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