Do., 26. Nov. | Fachwerk Allschwil

Moffie

Landkino
Eintrittskarten stehen nicht zum Verkauf
Moffie

Zeit & Ort

26. Nov. 2020, 20:15
Fachwerk Allschwil, Baslerstrasse 48, 4123 Allschwil, Schweiz

Über die Veranstaltung

«Südafrika 1981, zur Zeit der Apartheid: Wie alle weissen jungen  Männer muss auch Nicholas Van der Swart seinen zweijährigen  Militärdienst leisten, um das Regime vor der Bedrohung durch den  Kommunismus und die ‹Schwarze Gefahr› zu verteidigen. Dass Nicholas  schwul ist, darf niemand wissen, denn wer in der Truppe als ‹moffie›  erkannt ist, wird brutal schikaniert und gequält. Doch dann verliebt  sich Nicholas in seinen Kameraden Dylan …»

Salzgeber & Co. Medien GmbH

«In drastischer Überdeutlichkeit zeichnet Oliver Hermanus das Porträt einer abgeschotteten Welt toxischer Männlichkeit: Moffie spielt auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs 1981 in einem  Ausbildungslager der südafrikanischen Armee, wo junge Wehrpflichtige  systematisch gedemütigt und gedrillt werden. Sie werden mit  antikommunistischen, oft paranoiden Parolen indoktriniert und auf den  Einsatz im Grenzkrieg mit Angola vorbereitet. Die brutalsten Schikanen  erwarten die jungen Rekruten, wenn sie von den Ausbildern als zu feminin  oder gar homosexuell erachtet werden. (…) In einer Mischung aus dem  brutalen Naturalismus des Anti-Vietnamkriegs-Films Full Metal Jacket (1987) von Stanley Kubrick und der ästhetisierten Drill-Studie Beau Travail (1999) von Claire Denis schildert Hermanus mit starken, von dissonanten  Klängen unterlegten Bildern eine Welt, die André Carl van der Merwe in  seiner autobiographischen Vorlage schon im ersten Satz als ‹Hölle›  benannte.»

Konrad Kögler, Das Kulturblog, 6.9.2020

«Wie bei Claire Denis in ihrem Film Beau Travail aus dem  Jahr 1999, einer Umarbeitung der Homoerotik von Billy Budd in den  Kontext der französischen Fremdenlegion, bezieht sich Hermanus direkt  auf die Schönheit männlich gelesener Körper. (…) Die meiste Zeit ist die  gezeigte Körperlichkeit einschüchternd und gewalttätig, und dennoch  kann sie eine überwältigende Erscheinung von unbeschwerter Schönheit  sein, die, gerade aufgrund der gezeigten Gewalt, auf eine verbotene und  unfassbare Weise noch schöner ist. Wir sind es gewohnt, über toxische  Männlichkeit zu sprechen – und natürlich ist die Männlichkeit dieses  Films meistens sehr toxisch. Aber dann – fast wie ein reflektierendes  Objekt, das, um das Licht einzufangen, um den Bruchteil eines  Zentimeters gedreht wird – wird die Männlichkeit ungiftig; sie wird  aufgeladen mit Schönheit und Erotik und Zärtlichkeit.»

Peter Bradshaw, The Guardian, 23.4.2020

Südafrika  2019

103 Min. Farbe. DCP. OV/d

Regie: Oliver Hermanus

Buch: Oliver Hermanus, Jack Sidey, nach einem Roman von André Carl van der Merwe

Kamera: Jamie D Ramsay

Schnitt: Alain Dessauvage, George Hanmer

Musik: Braam du Toit

Mit: Kai Luke Brummer, Ryan de Villiers, Matthew Vey, Stefan Vermaak, Hilton Pelser

Oliver Hermanus Oliver Hermanus wurde 1983 in Kapstadt geboren. Er studierte Film an der  London Film School. Für seine Filme wurde er weltweit mit zahlreichen  Preisen ausgezeichnet. Sein Debütfilm Shirley Adams wurde 2009 im Wettbewerb von Locarno uraufgeführt. Sein zweiter Film Skoonheid lief 2011 in Cannes in der Reihe «Un Certain Regard» und wurde mit der Queer Palm ausgezeichnet. Sein dritter Film The Endless River feierte Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig –  und war der erste südafrikanische Film, der jemals in den dortigen  Wettbewerb eingeladen wurde. Moffie ist Hermanus’ vierter Film.

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