Do., 19. Nov. | Fachwerk Allschwil

Stranger than Paradise

Landkino
Eintrittskarten stehen nicht zum Verkauf
Stranger than Paradise

Zeit & Ort

19. Nov. 2020, 20:15
Fachwerk Allschwil, Baslerstrasse 48, 4123 Allschwil, Schweiz

Über die Veranstaltung

«Der Ungar Bela lebt seit zehn Jahren in  New York, nennt sich hier Willie und schlägt sich in nonchalanter  Gleichgültigkeit mit seinem Kumpel Eddie und kleinen Betrügereien  zwischen Spieltischen und Rennbahnen durchs Leben. Seine ungarischen  Wurzeln hat er weitgehend gekappt. So ist er wenig begeistert, als seine  sechzehnjährige Cousine Eva, frisch in der ‹Neuen Welt› gelandet,  einige Tage bei ihm Unterschlupf sucht, ehe sie zu ihrer Tante nach  Cleveland weiterziehen kann. Eher halbherzig und wenig erfolgreich  versucht er seinem ungebetenen Gast den ‹American Way of Life› zwischen  Football, TV-Dinner und einer Stange Chesterfield näherzubringen. Doch  als sie schliesslich abreist, ist nicht nur er ihrem eigenwilligen  Charme erlegen. Ein Jahr später: Willie und Eddie haben ein kleines  Sümmchen zusammen und beschliessen, Eva in Cleveland zu besuchen. Sie  arbeitet dort inzwischen in einem Diner und wohnt bei Tante Lotte im  Niemandsland. Bald angeödet von der winterlichen Provinz, bricht das  Trio spontan zu einer Reise nach Florida auf – ins vermeintliche  Paradies.»

Patricia Hinkelbein, Stadtkino Basel, 2016

«Auch dreissig Jahre nach seiner Uraufführung besitzen die  ausdrucksstarken Situationen und Symbole des Films ungebrochen ihre  beklemmende bis erheiternde Gültigkeit, ebenso wie die stimmige  musikalische Facette, die durch Screamin’ Jay Hawkins’ Song ‹I Put a  Spell on You› signifikant pointiert wird. Dieses frühe Werk von Jim  Jarmusch zeugt von seiner ureigenen Begabung, durch die Darstellung von  scheinbar schlichten Charakteren und schwergängigen Geschichten  Identifikationsmomente mit den Abgründen und Brüchen der menschlichen  Existenz zu schaffen, die er bewusst unpathetisch inszeniert und die  dort ein Verständnis eröffnen, wo sonst gezielte Hinweise und  Vorführungen artifiziell ins Leere laufen. Dabei scheut der unabhängige,  längst enorm erfolgreiche Filmemacher auch kleine Ausprägungen  lapidarer, herzerwärmender Lächerlichkeit nicht, wie das von einem  Borsalino gekrönte, hartnäckig gelassene Auftreten John Luries hier auf  ganz reizende Weise veranschaulicht.»

Marie Anderson, kino-zeit.de

USA/BR Deutschland 1984

89 Min. sw. DCP. E/d/f

Regie: Jim Jarmusch

Buch: Jim Jarmusch

Kamera: Tom DiCillo

Schnitt: Jim Jarmusch, Melody London

Musik: John Lurie

Mit: John Lurie, Eszter Balint, Richard Edson, Cecillia Stark, Danny Rosen

Vorfilm: Une robe d’été 

Frankreich 1996 15 Min. Farbe. DCP. F/d

Buch/Regie: François Ozon  Kamera: Yorick Le Saux  Schnitt: Jeanne Moutard  Mit Sébastien Charles, Frédéric Mangenot, Lucia Sanchez

«Verführung am Strand: Sébastien begegnet nach einem Streit mit  seinem Freund Lucia und lässt sich von ihr verführen. Dabei wechselt ihr  Sommerkleid den Besitzer …»

Kino Xenix Zürich

«Der Film beginnt mit einer Szene zwischen zwei Jungs in ihren  Zwanzigern, von denen der eine (Typus: braunhaariger Macho) dem anderen  (Typus: wasserstoffblond) vorwirft, er sei doch wirklich zu verrückt,  während dieser eine suggestive und kurvige Choreographie zu Sheilas  ‹Bang Bang› aufführt, einer Coverversion des gleichnamigen Songs von  Cher, womit gleich zwei Ikonen der damaligen LGBT-Kultur vertreten  sind.»

Philippe C. Dubois, Queer Sexualities, 2007

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